KÄCHELES: Mundart-Kabarett vom Feinsten

Bad Wildbad Mundart-Kabarett vom Feinsten

Von Götz Bechtle 12.08.2016 – 13:16 Uhr

kaeheles

 

 

 

 

Die „Kächeles“ (Ute Landenberger und Michael Willkommen) gastierten überaus erfolgreich auf Schwäbisch im Königlichen Kurtheater Wildbad. Foto: Bechtle Foto: Schwarzwälder-Bote

Bad Wildbad. Es gab sie tatsächlich, Tempotaschentücher im Königlichen Kurtheater in Bad Wildbad. Der Grund dafür: zum Trocknen von Lachtränen. Zu Besuch waren die „Kächeles“, ein über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus bekanntes Mundart-Kabarett. Und zwar vom Feinsten.

Auf dem Programm stand der Irrgarten eines schwäbischen Ehelebens – und dies war es dann auch. Ute Ladenberger als Ehefrau Käthe und Michael Willkommen als Karl Eugen schafften es mühelos, mit meisterhafter Mimik und komödiantischem Talent dem Publikum Lachsalven zu entlocken. Unverfälschter schwäbischer Dialekt, dazu deftiger Wortwitz, ließen knitze Ehesituationen aufkommen, die es in sich hatten.

Karl Eugen, in kurzer Hose, Birkenstocksandalen, heraushängendem Hemd und Hosenträgern, dazu schwergewichtig, war durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Er bediente alle Klischees eines behäbigen Schwaben. Käthe hingegen präsentierte sich einmal im unverzichtbaren Kittelschurz, in einer anderen Szene jedoch als kecke Dame mit Hut.

Auch deftiges Vokabular

Das „Ehepaar Kächele“ als Kabarett-Duo blieb sich im Wortwechsel wahrlich nichts schuldig. Wo leisere Töne nicht reichten, wurde ein deftiges Vokabular aufgefahren – auch zum Thema Sex. Mit Komik, Witz und Charme versuchte Käthe Kächele ihren Karl-Eugen zu animieren, das Eheleben wieder neu zu beleben. Ein Abend leichter Unterhaltung, geeignet um die Urlaubslaune zu steigern, amüsierte die Besucher im voll besetzten Kurtheater aufs Beste.

Michael Käppler, Vorsitzender des Fördervereins Kur­theater, nutzte die Gelegenheit, dem Publikum den erst kürzlich angebrachten Theatervorhang vorzustellen, der aus Mitteln von Toto Lotto gesponsert wurde. Käppler sagte, dass man bemüht sei, mit einem überaus unterschiedlichen Spielangebot einen großen Publikumskreis zu erreichen. Dies scheint dem Förderverein auch zu gelingen, wenn man einen Blick auf das Programm von August bis September wirft. Auftreten werden unter anderem die Dresdner Salondamen, das Südwestdeutsche Kammerorchester, Ulrich Kienzle, Uli Keuler sowie Mond.Line mit sinnlichem deutschen Acoustic-Pop. Bunter kann die Mischung kaum sein.